01.10,2016 –

Schon um 09:30 Uhr lichtete ich den Anker und  segelte nach  Kyparissia. Passender  Segelwind  mit zunehmender  Tendenz  ließ in mir Zweifel aufkommen ob ich diesen (lt. Beschreibung Rod Heikel)   unsicheren  Hafen nicht überhaupt links liegen lassen sollte und gleich nach Pylos, wo ich allerdings erst in der Nacht angekommen wäre,  weitersegeln  sollte.  Also schaute ich in Kyparissia rein und die Hafenanlage war neu erweitert und bot offensichtlich  guten Schutz aus allen Richtungen.  Ich war das einzige Segelboot im Hafen und  legte am späten Nachmittag längsseits an die Hafenmole an.  Ich war wirklich  happy  unerwartet einen so guten Liegeplatz gefunden zu haben.    Zirka 20 Minuten nach mir kam ein holländischer Segler rein und ich half ihm beim Anlegen.  Als er meine Versuche bemerkte  ob die vorhandenen  Stromverteiler angeschlossen  sind und alle außer Betrieb waren bot er mir sein Notstromaggregat zum dazuhängen an. Das nette Angebot konnte ich natürlich nicht ablehnen. Ich steckte sofort  meinen komplett leeren PC an.  Zuerst  lud ich gleich die Wetterkarten runter und danach wurde  Skype gestartet. Maria, welche schon verzweifelt auf mich gewartet hatte, teilte mir mit, dass Kurti,  mein jüngster Bruder auf tragische Weise ums Leben gekommen war –  eine Schockstarre bemächtigte sich meiner und ich war wie gelähmt.  Als sich die Gedanken wieder halbwegs steuern ließen buchte ich den nächsten Flug von Kalamata  (Sonntag  02.10.) nach Wien und organisierte ein Taxi welches mich um 08:00 Uhr früh abholte.  Die zu erwartende Schlechtwetterfront   und die unbewachte Anlage zwangen mich das Boot gut abzusichern,  die Arbeit ging nur sehr langsam und unkoordiniert von der Hand.  Um 02:00 Uhr duschte ich noch mit kaltem Wasser bei einer provisorischen Wasserleitung  der  Fischer.  Um 08:00 Uhr stand das Taxi am Hafen und  die deprimierende  Reise Richtung Wien begann bei strahlendem Wetter.

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