Am 15. Mai 2016 – den Tag nach der Abschiedsfeier – habe ich am Vormittag noch beim Heurigen Lechner die restlichen Dinge wie Griller, Brennschale, Getränke usw. weggeräumt und hatte einen sehr engen Zeitplan, da noch einige Aktivitäten für die bevorstehende Abreise zu erledigen waren.

Ich pendelte zwischen Heurigenlokal und Zuhause, als sich ein Auto einer deutschen Nobelmarke neben mir einparkte. Ein Freund sah mich komisch an und überreichte mir ein Kuvert mit den Worten: „Ich muss dir das unbedingt geben“. Ich öffnete das Kuvert und darin war ein Ausdruck über eine Woche Skiurlaub mit Wochenkarte und was so dazugehört. Als Buchungspreis waren € € 470,– angegeben und auf der Rückseite waren € 470,– in bar angeheftet.

Die Hintergrundgeschichte dazu: Wir hatten vor über 40 Jahren gewettet, dass wenn er das Jahr 2000 doch erleben sollte, mich auf eine Woche Skifahren einladen müsste. Da bei dieser einseitigen Wette für mich ja kein Risiko dabei war, habe ich im Jahr 2000 ausdrücklich verzichtet, die Sache belächelt und als erledigt betrachtet.

Ich habe versucht den „Wettgewinn“ abzuwehren, aber es war nicht möglich, denn er argumentierte folgenderweise: „Bitte nimm es, denn ich kann deswegen öfters nicht schlafen und die Angelegenheit muss beglichen werden, damit ich beruhigt bin.“ Nachdem es mir nicht möglich war mit einem Teilbetrag davonzukommen („Na gut, gib mir halt einen Fünfziger“), habe ich mich unter Zeitdruck breit schlagen lassen.

Jetzt, wo ich Zeit habe verschiedene Ereignisse genau zu analysieren, dämmerte mir erst – vielleicht war sein Gedankengang: So, wie der segelt, sehe ich ihn nie wieder und bin ewig in seiner Schuld.

Darum jetzt die Gegenwette, lieber Fredi. Wenn ich am 1. Jänner 2020 unversehrt in Siegersdorf herumlungere, gibt‘s die 470,– mit Zinsen ;-)) retour. Ja, konsequente Exzentriker gibt‘s wirklich.

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