Vom Stadthafen Brindisi starteten wir um 4:45 Uhr mit einem EarlyBird in Richtung Griechenland/Korfu. Es war der richtige Wind angesagt und er hatte sich schon in der Nacht aufgebaut und somit war die See auch ziemlich rau – diese Verhältnisse hat Andreas herbeigesehnt, Maria nicht und Madeleine ahnte noch nicht, was auf sie zukommt.

Madeleine wollte unbedingt einen Sonnenaufgang erleben und das war dieses Mal möglich.  Andreas hatte Kaffee vorbereitet und mit 2 Polstern wurde auf dem Vorschiff Platz genommen. Meine Warnung: „Bleibt doch lieber hier im Cockpit, denn nach der Hafenausfahrt wird es sicher nicht so ruhig sein“ – papperlapapp –  die beiden mimten die Gallionsfiguren und es sah vorerst auch ganz gemütlich aus. Als wir die Abdeckung der  Hafenmauer verließen war dann Schluss mit lustig.  Als wir in die zweite Welle eintauchten wurde ein ungeordneter Rückzug angetreten und der Sonnenaufgang hatte an Attraktivität wesentlich verloren.

Die Welle kam von schräg hinten und der Wind war heftig. Wir konnten nur stehend steuern und es war nicht einfach, da ca.  jede 7. – 8. Welle eine „Dicke“ war. Kein Land in Sicht und nur nach Kompass steuern war bei diesen Verhältnissen wirklich sportlich – Andreas und ich wechselten uns ab und wir surften mit bis zu 7 Knoten dahin, mussten jedoch zwischendurch reffen, da uns die Böen zu schaffen machten.  Wir segelten bis Erikusa (17 Stunden), wo der Wind dann auch nachgelassen hat.

Um 22:00 peilten wir die Bucht in Erikusa an, aber da der Wind jetzt gedreht hatte, beschlossen wir doch noch nach Korfu weiterzufahren. Es war eine dunkle Nacht und wir navigierten uns durch den Fährverkehr, die Fischer und was da noch so unterwegs war durch die relativ enge Einfahrt und dann nahmen wir Kurs auf die Marina Gouvia.  Um 4:15 h legten wir unbemerkt an – und es gab noch ein verdientes Manöverbier bzw. Marias Pseudo-Campari (alkoholfrei).  Das Ziel für Madeleine und Andreas, die am 11.06.  den Heimflug geplant hatten, war erreicht. Das Einklarieren in Griechenland hat diesmal ganz gut geklappt und nach 1 ½ Stunden war ich offiziell im Land.  Am nächsten Tag bekamen wir einen tollen Liegeplatz im kleinen Stadthafen Mandraki direkt unter der Festung mit Leuchtturm und Musikakademie.
Weiters war ein kleiner Badestrand  mit schattigen Bäumen  unmittelbar daneben und wenn es zu heiß, war konnte man sich sehr gut abkühlen.

Wenn man durch die Festung ging, kam man direkt auf die Esplanade und war im Zentrum des Geschehens mit Kaffeehäusern, Einkaufsstraßen und Restaurants  –  eine perfekte Ausgangssituation und für jeden etwas dabei.

Madeleine und Andreas hatten Ihren Direktflug (je € 52,–) gebucht und verließen uns am 11.06 -22.00 Uhr (Flug 23:55 h) Richtung Wien.  Es war unglaublich, wie reibungslos diese 17 Tage, trotz anstrengender Tagesetappen und  Luxusentbehrungen (Toilette, Dusche, sehr enge Raumverhältnisse,  Hitzeausschlag, blaues Auge, abwaschen, abtrocknen, wegräumen, Übelkeit, Blähungen,   …..) verliefen  –  Kompliment an alle Beteiligten.

Teilweise wurden Auffassungsdifferenzen mit den Worten:  „Was guckst denn Du so“  in Angriff  genommen.   (Für Nichteigeweihte die Lösung  –  „da brauchst nen Ouzo“)

 

 

 

Jetzt hatten Maria und ich Zeit das Boot nochmals auf- und umzuräumen und dann ging es in die Wäscherei.  Bettzeug von 6 Personen und die Wäsche von einem Monat wurde in 3 großen Säcken verstaut, jedoch hatten wir ein gewaltiges Gewitter mit Hagelschauern und die Gischt spritze über die Mole.  In einer Regenpause flüchteten wir durch die Klappe von Marias Koje und schleppten alles bei leichten Nieselregen zum Bus. Der Chauffeur stoppte den gut besetzten Linienbus auf der Landstraße und ließ uns direkt vor der Wäscherei aussteigen –  uns ist erst nachher aufgefallen, dass hier gar keine Haltestelle war –  besondere Höflichkeit eines griechischen  Busfahrers, da gab es vielleicht einen kollegialen Wink von ganz oben! Die Sauberkeit der  Wäsche war nicht ganz zu Marias Zufriedenheit geraten, jedoch hat sie gut gerochen und wir haben sie noch ganz warm vom Trockner zusammengelegt. Mein erster Waschtag und das mit fast 60. Jetzt wieder alles retour und putzen,  einräumen und verstauen  –  Segeln ist wahrscheinlich wirklich die teuerste Art unbequem zu reisen.

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